Der doppelte Kuckelkorn präsentiert Köln-Rio-Motto

Ein Novum kündigte Festkomitee-Präsident Markus Ritterbach an: Zugleiter Christoph Kuckelkorn sei nach Rio de Janeiro geflogen,
um jetzt aktuell in einer Live-Schalte das Karnevalsmotto für 2013 zu präsentieren.
Nach einigen technischen Fehlversuchen sah man schließlich den blassen Kölner inmitten schokobrauner Schönheiten am Strand von Copacabana, den Zuckerhut im Rücken.
Just, als er das Motto verkünden wollte, brach mittendrin die Schalte ab. “Fastelovend” war das einzige, was man verstehen konnte.

Die Überraschung wurde noch größer, als kurz darauf im Gürzenich die Saaltüren aufgerissen wurden:
Brasilianische Sambatrommler und -Tänzerinnen tänzelten herein, und mittendrin Christoph Kuckelkorn.
Das Motto der Kölner Karnevalssession 2013 lautet entsprechend:

Fastelovend em Blot, he un am Zuckerhot!

Das “Frühstück zu Ehren des Kölner Dreigestirns” hatte mit einem Paukenschlag durch den Gastgeber, Gürzenich-Gastronom Jochen Blatzheim begonnen:
Scharf kritisierte er “ein Boulevard-Blatt aus Köln” das Unwahrheiten über ihn verbreitet habe. Es gehöre sich nicht, mit den Personen, über die man schreibe, nicht vorher zu sprechen.
Anschließend beförderte er Festkomitee-Präsident zum “Ehren-Küchenchef des Gürzenich” und ließ ihm eine Koch-Kluft anlegen.
Doch auf Ritterbach warte eine Herkulesaufgabe: beim Herren-Kommers der Roten Funken (denen Ritterbach angehört) die Küche so zu dirgieren, dass in 19 Minuten 1.350 Hämmchen serviert werden. Ritterbach versprach, das in 17 Minuten zu erledigen.

Für das nur noch wenige Stunden amtierende Dreigestirn gab es Bestnoten von Ritterbach genauso wie von Oberbürgermeister Jürgen Roters. Er sagte, er habe das Dreigestirn bei vielen Auftritten erlebt und die drei hätten immer mit Spontaneität und Freudeverbreiten geglänzt. Das Ganze mit gesundem Selbstbewusstsein, aber auch Zurückhaltung, wenn es geboten gewesen sei. “Ihre Nachfolger werden es schwer haben.”
Der OB lobte das Festkomitee für den Film, der bei der Proklamation uraufgeführt wurde. Er sei ein Bekenntnis zu Köln und zum Karneval. Der Film werde in das neue Marketingprogramm der Stadt eingebettet.
Bei seiner Teilnahme am Rosenmontagszug habe er wieder erlebt, dass es keine bessere Integrationsmaßnahme als den Karneval gebe.

Noch-Prinz Marcus II. sagte bange, “wir drei warten den ganzen Tag auf unsere Hinrichtung.” Die Einmaligkeit des Prinzenamts solle erhalten bleiben.
Voller Stolz und Dankbarkeit wisse er jetzt schon, dass die sechseinhalb Wochen die schönste Zeit im karnevalistischen Leben war.
“Ich kann nur jedem, der Lust hat und dem es möglich ist, raten, das Kölner Dreigestirn zu machen – es war ein Traum.”

Während der Session hatten die drei stets Lieder der 111 Jahre alten Kölschen Komponisten Karl Berbuer und Jupp Schmitz gesungen.
Zum Schluss seiner Rede bat Marcus II, den ganzen Gürzenich zum Mitsingen auf, zu einem Lied von Jupp Schmitz:
“Am Aschermittwoch ist alles vorbei.”
Minutenlanger, nicht enden wollender Beifall für das Trifolium 2012.

Geschrieben von Klaus Huber

Karneval begleitet ihn sein ganzes Leben. Als Kind trommelt er bei der alemannischen Fastnacht, später ist er fünf Jahre lang in Rio de Janeiro mit der Samba-Welt auf Du und Du. Seit 19 Jahren berichtet er über den Kölner Karneval in all seinen Facetten, vom Vorstellabend bis zur Nubbel-Verbrennung.